Historisches

Die Einrichtung eines Viehmarktes in Waldbröl im Jahre 1851 wurde aus der damaligen Notlage der Landwirtschaft geboren: Waldbröl war Kreisort und hatte seine Bedeutung für einen weiten Raum armer Landgemeinden. Die landwirtschaftliche Eigenart der Hügel und Berge lenkte das Augenmerk auf die Viehzucht, da die Ackerwirtschaft nur von bescheidener Bedeutung sein konnte. Der Bauer konnte sein Vieh unmittelbar von seinem Hof nicht absetzen und war auf den über Land ziehenden Viehhändler angewiesen.
Landrat und Bürgermeister hatten daher bei der Einrichtung des damals rein bäuerlichen Marktes nur die Förderung der Landwirtschaft im Auge, also die Schaffung einer besseren Absatzmöglichkeit und die hiermit verbundene Preisregulierung.

Wechselvolle Zeiten hat diese Waldbröler Einrichtung überstanden und ist immer wieder aufgeblüht, wenn auch Kriegs- und politische Wirren das Markttreiben zeitweilig auf Jahre hinaus unmöglich machten.

Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich dann aber der Markt vom Bauern- zum Händlermarkt. Der Auftrieb steigerte sich von Jahr zu Jahr, und 1935 z.B. wurden dann folgende Zahlen registriert:

4  Pferde 
156  Ochsen 
13736  Kühe und Rinder 
1960  Kälber 
7427  Schweine 

Waldbröl war mit in die Reihe der Großmärkte aufgerückt; in Händlerkreisen des gesamten späteren Bundesgebietes war damit Waldbröl als bedeutender Viehumschlagplatz – insbesondere des rotbunten, widerstandsfähigen Hochlandviehes – bekannt geworden: Aus dem Westerwald, dem Sauerland und Münsterland, aus Rheinhessen und Süddeutschland kamen und kommen die Interessenten, um hier ihre Käufe und Verkäufe zu tätigen.

Auch nach der Wiedereröffnung im Jahre 1949 hatte der Markt sehr schnell seine alte Bedeutung wiedergewonnen und stand nach Aufhebung der Handelsschranken den Vorkriegsjahren nicht viel mehr nach; vor allem der Schweinemarkt nahm eine nicht zu erwartende Aufwärtsentwicklung.